Walter Hege

Aus der Not - Geld zum Sammeln.

Das Naumburger Notgeld von Walter Hege ist in mehrfacher Hinsicht besonders. Hege stellt die Kirschfestsage in Scherenschnitten dar. Die Serie war in der ersten Auflage nur halb so groß, wie wir sie heute kennen: es gab "nur" 6 Scheine, die dann, auch dank der enormen Nachfrage, auf 12 erweitert wurden.

 

Mit der Naumburger Serie "Die Kirschfestsage" veränderte Notgeld zudem seinen ursprünglichen Charakter als reines Zahlungsmittel. Naumburg hatte das Notgeld ausgegeben, um für eine bestimmte Zeit über das Metall des Kleingeldes verfügen zu können. Die Gestaltung der Serie durch den späteren Weimarer Professor Walter Hege (1893-1955) zusammen mit Heinz Schiestl (1867-1940) und Heinz Kinder unter Verwendung des parodistischen "Kirschfest-Liedes" von 1832 erwies sich als voller Erfolg: das Kirschfest-Notgeld wurde immer mehr nachgefragt, immer weniger als Geld genutzt und immer häufig gesammelt, dass heißt, nicht mehr zurück getauscht.
So kam unerwartet Geld in die Gemeindekasse von Naumburg. Das Naumburger Notgeld erlangte mit diesem Effekt reichsweite Bekanntheit. Der Erfolg bewog viele andere Städte, das Muster zu kopieren. Auch Walter Hege wurde noch mehrfach angefragt. Andere Künstler ließen sich von seinem Stil inspirieren. 
Bereits Anfang der 1920er gab es erste Messen für Notgeld. Die kleinen Scheine eroberten einen festen Platz in der Welt der Sammler. 
  • Naumburg 1920: Kirschfest-Sage
  • Quedlinburg Juli 1921
  • Frankenhausen September 1921
  • Freyburg September 1921