Notgeld statt Kleingeld | Das kleine Geld nach dem Ersten Weltkrieg

Das Notgeld in und nach dem Ersten Weltkrieg entstand aus Mangel an Kleingeld. Es wurde meist von Gemeinden ausgegeben, die sich verpflichteten, den in Pfennigen angegebenen Wert bis zu einem bestimmten, dem Notgeld aufgedruckten Gültigkeitstermin einzulösen. 


Aus der Not Geld machen | Das Notgeld als Verkaufsschlager

Mit der Naumburger Kirschfest-Sagen-Serie veränderter Notgeld den Charakter als reines Zahlungsmittel. Die Gestaltung dieser Serie erwies sich als voller (unerwarteter Weise wirtschaftlicher) Erfolg. Notgeld wurde zum Objekt der Sammlerbegierde.

 

Näheres zum Effekt von Walter Heges Kirschfestsagen-Serie finden Sie hier.

 

Das Geld in der Not | Notgeld in der Inflation

Der Durchbruch zu einem reinen Sammelobjekt erfolgte in der Inflation 1921. "Bei den Städten liefen immer zahlreicher die Anfragen und Bestellungen von Sammlern ein; jede suchte mit neuen künstlerischen Scheinen die andern zu übertreffen, um recht viel Notgeld an Sammler absetzen zu können, denn was bei der Einlösung nicht zurückkam, war für die Stadtkasse Reinverdienst." (Notgeld, S. 237) An Sammler richteten sich vor allem die Serien von illustrierten Kleingeldscheinen, zu denen auch die hier vorgestellte Folge zählt. Sie standen im Mittelpunkt der Kritik an der "Ausartung der Notgeldausgaben" (Drei Jahre, S.65).

Der Handel mit Notgeld wurde nach dem Vorbild der Philatelie, und meist in Verbindung mit ihr, organisiert (Gründung des "Internationalen Notgeldhändlervereins" und erste deutsche Notgeldmesse 1921).

Literatur:
* Drei Jahre. Das Notgeld. Zeitschrift für Notgeldkunde. Nachdruck aller Artikel und Abhandlungen von bleibendem Interesse und Wert aus den ersten drei Jahrgängen. München: Verlag "Das Notgeld" 1922.

* Das deutsche Notgeld. Kleingeldscheine 1916-1922. IV. Teil: Serienscheine. Zusammengestellt von Arnold Keller. Neu bearb. von Albert Pick und Carl Siemsen. München: Battenberg 1975.